Ordnung, Unordnung und die kubische Zelle
Zur Serie „Disordered cubic". Ein primitives kubisches Gitter ist die einfachste Ordnung, die man sich denken kann — und gerade ihre Störung macht sie malerisch interessant.
Mineraloge und Verfahrenstechniker. Seit 2009 wieder an der Staffelei, autodidaktisch. 81 Arbeiten.





Die Frage ist nicht, was man betrachtet, sondern was man sieht.Henry David Thoreau
In den 80er Jahren: Aufnahme an der Kunstakademie und an der Hochschule. „Schließlich Entscheidung für die Naturwissenschaft." Dreißig Jahre später kam die Malerei zurück — in der Werkstatt eines Kirchenmalers.
Die ganze GeschichteZwei exakte Naturwissenschaften und ein menschliches Kulturprodukt — warum sie für mich lückenlos zusammenhängen und weshalb das Atelier KONTINUUM heißt.
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Jahrgang 1956, geboren in Nürnberg. Sammler von Mineralien und Kristallen seit der Kindheit, Besuch vieler Fundstellen, diese Schätze selbst zu finden.
„Ich bin Autodidakt, was die Malerei betrifft."
Geboren in Nürnberg. Sammler von Mineralien und Kristallen seit der Kindheit — der Besuch vieler Fundstellen, um diese Schätze selbst zu finden.
Die Neugierde führte mich zur Naturwissenschaft, dem Studium der Mineralogie an der FAU in Erlangen.
Anfertigung von Aquarellen und Federzeichnungen, Motive vorwiegend Landschaften und Kristalle.
Kurze Überlegungs-Phase: Graphik / Design oder Kunst studieren. Bewerbungen an Hochschule bzw. Kunstakademie — Aufnahme in beiden Häusern gegeben.
„Schließlich Entscheidung für die Naturwissenschaft."
Ausnahmslos in der Industrie, tätig als Naturwissenschaftler: Herstellung von technischer Keramik, als Verfahrenstechniker im Anlagenbau, stets an der Front bei Neu-Entwicklungen, weltweit im Einsatz.
Mein Beruf forderte mich. Kunst, oder gar Malen, waren untergeordnet — ich bin Autodidakt, was die Malerei betrifft.
Neu-Orientierung meines Privatlebens: ich traf meine große Liebe. In neuem Umfeld angekommen, in den Arbeitsräumen eines Malermeisters bzw. eines Kirchenmalers, wirkten Werkzeuge, Farben und Pigmente permanent auf mich.
„Ich war beeindruckt! Ich war gefordert! Ich begann wieder zu Malen."
Mit den Jahren wuchs der Umfang meiner Mineralien-Sammlung, ebenso meine Fertigkeiten zu malen. Die Neigung zum Impressionismus und Expressionismus kristallisierte sich immer mehr heraus.
Von Mineralogie und Bergbau, über Verfahrenstechnik, Pigmenten und Kristallographie zur Kunst zu gelangen war für mich naheliegend. Der Name für mein Atelier lag auf der Hand.
Weitere Interessen bzw. Hobbies sind Klettern, Speläologie und Gemmologie. Jetzt im Ruhestand.
Atelier Kontinuum, Balzhausen






Mineralogie und Kristallographie — beides nüchterne Naturwissenschaften. Und daneben die Kunst.
„Von Mineralogie und Bergbau, über Verfahrenstechnik, Pigmenten und Kristallographie zur Kunst zu gelangen war für mich naheliegend!"
Mineralogie — eine exakte Wissenschaft, befasst sich, bis auf wenige Ausnahmen, mit anorganischen, natürlich entstandenen Komponenten der Erdkruste. Sie versucht die in der Natur ablaufenden Vorgänge zu verstehen, um die gewonnenen Erkenntnisse in Synthesen für industriell relevante Stoffe anzuwenden.
Kristallographie — ebenfalls eine exakte Wissenschaft, Teil-Gebiet der Mineralogie, befasst sich mit der Struktur, Entstehung oder Herstellung von Kristallen, ihren Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten.
Kunst — ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Dafür ein ordnendes System zu finden ist schwierig. Gegenüber den Naturwissenschaften fehlen der Kunst die grundlegenden Parameter, welche allgemeingültige und unumstößliche Definitionen ermöglichen.
„Für Kunst gibt es keinerlei verbindliche, nachvollziehbare Aussage! Ist das denn nötig? Es ist nicht nötig! Es ist auch nicht möglich!"
Je mehr Freiheitsgrade und Variablen ein System hat — hier die Kunst, die Malerei — umso vielfältiger können die daraus resultierenden Produkte werden, umso spannender, was noch alles kommen kann.
Die meisten der Mineralogen, fachbezogen in der Industrie tätig, haben keinen Bezug zum Gegenstand ihrer Arbeit. Mineralien sind nur ein Naturprodukt, ein Rohstoff, mehr nicht. Den manchmal wunderbar ausgebildeten Kristall-Stufen, Meister-Werken der Natur, wird keine Beachtung geschenkt.
Für andere aber ist das ein Traum, ein Einblick in eine andere Welt. Bei einer Recherche der Literatur über Malerei, wenn expressionistische Bilder beschrieben werden, gelangt man immer wieder an Passagen wie Struktur, kristallin oder Kristalle.
Das kann nur damit erklärt werden, dass sich Künstler immer wieder von der Natur inspirieren haben lassen, so auch hier, von Kristallen und Mineralien — Eindrücke und Phantasie verschmolzen, abstrakte Kompositionen resultierten.
Man muss Interesse haben, Phantasie haben, offen für Neues sein, und sich der Wirkung eines Bildes hingeben können — dann wird jeder für sich seine Kunst entdecken.
Aus der eigenen Sammlung
Die Frage ist nicht, was man betrachtet, sondern was man sieht.Henry David Thoreau
Notizen zu Fundstellen, Pigmenten und dem, was gerade auf der Staffelei steht.
Zur Serie „Disordered cubic". Ein primitives kubisches Gitter ist die einfachste Ordnung, die man sich denken kann — und gerade ihre Störung macht sie malerisch interessant.
Nach vielen Jahren wieder im Fichtelgebirge. Was sich verändert hat, was geblieben ist, und warum eine Fundstelle für mich immer zwei Bilder ergibt: eines im Kasten und eines auf der Leinwand.
Der Farbeindruck eines Fluorits entsteht durch Gitterfehler, nicht durch ein Pigment. Ein Maler hat diesen Weg nicht — er muss die Wirkung nachbauen, statt sie zu kopieren. Über den Unterschied zwischen Ursache und Eindruck.
Meldungen aus Fachportalen, von Museen und Messen. Der vollständige Text steht jeweils beim Herausgeber.
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Das Atelier liegt in Balzhausen in Bayerisch-Schwaben. Besuche nach Vereinbarung.
Atelier Kontinuum
Harald Wicht
Ringeisenstraße 23
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